Lange schon hatten wir den Traum von einem eigenen Häuschen in Schweden, das wir nach unseren Vorstellungen gestalten und in das wir jederzeit (also wenn es der baden-württembergische Ferienplan auch so vorsieht) reisen können. Mit „jederzeit“ ist vor allem gemeint, dass wir uns in unseren Ferien nicht mehr an bestimmte Ankunftstage und -zeiten halten müssen, sondern immer dann fahren können, wenn wir auch wirklich bereit dazu sind.
Lange schon …. 2003 waren Gunter und ich das erste Mal gemeinsam in Schweden, zuvor auch jeder von uns mehmals. Schon 2003 haben wir uns in Wälder, Wiesen, Seen, gepflegte Holzhäuser und liebevoll angelegte Gärten verliebt. Etwas später kam die Schärenlandschaft vor Göteborg hinzu, die fast zu einem zweiten Zuhause wurde. Als wir 2019/2020 die Möglichkeit dazu bekamen, fingen wir an, auf schwedischen Maklerseiten zu suchen. „Hemnet“ war als Icon auf sämtlichen Endgeräten gespeichert und wir nutzten gefühlt jede freie Minute, um uns über Angebote und schwedische Gepflogenheiten beim Hauskauf zu informieren. Die meisten guten Angebote stiegen bei der Versteigerung weit über den von uns angedachten Betrag, so dass von uns ersehnte Häuser jede Woche weggingen, ohne dass das Ziel für uns irgendwie erreichbar gewesen wäre. Klar war für uns schon auch, dass wir nach unserem Hausbau in Deutschland, für das wir 14 Jahre lang Eigenleistungen erbracht hatten, nicht noch einmal die Kraft hätten, über Jahre (denn es wären ja nur die Ferienzeiten in Frage gekommen) an einem alten Haus zu bauen und zu renovieren.
Im Sommer 2020 hatten wir also das Ziel, ein schönes, möglichst einigermaßen neues – oder zumindest eines, bei den auf Jahre hinaus keine Renovierungen fällig sind- und ein in Größe und Ausstattung zu uns passendes Haus zu finden. Ein eigentlich hoffnungsloses Unterfangen. Das Ende unseres Urlaubs nahte schon und Gunter unternahm noch einmal einige Versuche, mit Maklern passende Termine zu finden. Auf schwedisch und englisch schlugen wir uns durch – manchmal auch auf schwenglisch. Wer weiß denn schon was Pfahlfundament, Kriechgrund oder Belüftungsanlage auf schwedisch heißt? Wir haben jedenfalls im letzten halben Jahr unseren Wortschatz sehr erweitert…
Nach einem totalen Reinfall auf unserer Lieblingsinsel Tjörn, wo wir schon sehr gerne etwas gefunden hätten, wo uns aber auch von Anfang an klar war, dass die Häuser nicht unserer Preisklasse entsprechen, beschlossen wir, noch einen Versuch zu wagen und buchten für den Samstag, unseren Abreisetag, einen Maklertermin in Västra Torup bei Hässleholm in der Provinz Skåne. Wir fanden vor allem die Nähe zu Deutschland, die wunderschöne Lage im Wald und in der Natur und in einem Seengebiet bestechend…
Nach Besichtigung mit einem netten, jungen Makler aus Kristianstad war uns klar, dass wir dieses Haus wollten. Es war perfekt, wie für uns gemacht und war so, dass wir erst mal nur einziehen müssten. Erst 10 Jahre alt und im letzten Jahr von außen mit neuem Anstrich versehen, musste erst einmal nichts gemacht werden…
Einen Tag Bedenkzeit wollten wir. Zu Hause angekommen, gaben wir ein Angebot ab. So schnell haben wir uns bislang nicht einmal für eine Kaffeemaschine entschieden…